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Digitale Landwirtschaft ist bereit für den Praxiseinsatz

Die Digitalisierung auf dem Acker ist längst keine Zukunftsvision mehr, sie funktioniert bereits in der Praxis. Davon können sich Besucherinnen und Besucher auf der Tarmstedter Ausstellung überzeugen. Mit dem PraxisLabor Digitaler Ackerbau zeigt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), welche digitalen Anwendungen Landwirtinnen und Landwirten schon heute einen Mehrwert bieten.

Die LWK versteht sich dabei als Praxistester und gewissermaßen als „Stiftung Warentest der Landwirtschaft“. Neue digitale Anwendungen werden unter realen Bedingungen geprüft, bewertet und gemeinsam weiterentwickelt. Ziel ist es, praxistaugliche Lösungen aufzuzeigen, die Effizienz, Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.

Ein Schwerpunkt ist der Einsatz von Drohnen. Bereits jeder zehnte landwirtschaftliche Betrieb nutzt heute diese Technologie. An erster Stelle steht dabei die Wildtierrettung vor der Mahd. Gleichzeitig eröffnen Drohnen immer neue Einsatzmöglichkeiten, von der Aussaat von Zwischenfrüchten in stehenden Beständen über die Erstellung von Applikationskarten für die Ausbringung von Saatgut oder Düngemitteln. Eine bedarfsgerechte Bewirtschaftung einzelner Teilflächen kann realisiert werden und gleichzeitig Betriebsmittel gezielter einzusetzen sowie Erträge und Umweltleistungen zu verbessern. Auch im Trassenbau oder bei der Grünlandnachsaat kommen Drohnen zunehmend erfolgreich zum Einsatz.

Die größte Herausforderung liegt heute nicht mehr in der Technik. Vielmehr bremsen häufig die rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen den Einsatz. Förder- und Genehmigungsverfahren sind oft unflexibel, Anträge müssen für jede einzelne Fläche gestellt werden und zwischen den Bundesländern gelten unterschiedliche Vorgaben. Hier besteht aus Sicht der Praxis noch erheblicher Handlungsbedarf.

Wer sich über die Möglichkeiten der digitalen Landwirtschaft informieren möchte, findet am Stand der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und im Truck des PraxisLabors Digitaler Ackerbau zahlreiche Praxisbeispiele und Ansprechpartner. .

Auch am Stand des Maschinenrings kann die DJI Agras bestaunt werden. Darüber hinaus finden Besucherinnen und Besucher am Stand G6.10 Ansprechpartner der Firma Drohnencampus.

Inhaber Lukas Abeln betonte, dass er sich einen breiteren Einsatz von Drohnen für Pflanzenschutzanwendungen wünsche. Die Nachfrage bestehe vor allem im Bereich der Sonderkulturen sowie im Obst- und Weinbau in flacheren Gebieten. Aktuell ist die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mit Drohnen nur in Steillagen erlaubt.

Die Drohne kann bis zu 100 Liter Flüssigkeit mitführen. Damit fällt sie in den Bereich der Luftfahrzeuge, wodurch erhöhte rechtliche und technische Anforderungen gelten.

Die Botschaft ist klar: Die Digitalisierung ist bereit – jetzt müssen die Rahmenbedingungen Schritt halten.