Flauschige Publikumslieblinge: Alpakas begeistern auf der Tarmstedter Ausstellung
Ob Schafe, Ziegen oder Geflügel: auf der Tarmstedter Ausstellung gibt es zahlreiche außergewöhnliche Nutztierrassen zu …

Wie kann der Ausbildungsberuf Landwirtin noch attraktiver werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Talk der Niedersächsischen Landjugend auf der Tarmstedter Ausstellung. Gemeinsam mit Henrike Orlowski, Landwirtin, Herdenmanagerin und bei der Gewerkschaft IG-Metall tätig, Thea Ippen, ehemalige Auszubildende, und Inger-Roxanne Martens, Ausbildungsberaterin LWK Niedersachsen, hat Moderatorin Christin Baumann darüber gesprochen, welche Chancen Frauen heute in der Landwirtschaft haben, welchen Herausforderungen sie begegnen und was sich künftig ändern sollte.
Dabei wurde deutlich: Der Frauenanteil in der landwirtschaftlichen Ausbildung wächst stetig. „Aktuell sind es ungefähr 24 % Frauen, die die Ausbildung machen, vor zehn Jahren waren es noch 12 %“, berichtete Christin Baumann. In einigen Berufsschulklassen liege der Anteil inzwischen sogar bei einem Drittel.
Trotz dieser positiven Entwicklung erleben viele angehende Landwirtinnen noch immer Vorurteile. So schilderte Henrike Orlowski ihre Erfahrung bei der Ausbildungsplatzsuche, dass ein Betrieb aufgrund ihres Geschlechts nicht mal ihre Bewerbung angenommen habe. Andere Betriebe hätten sie dagegen offen aufgenommen. Einigkeit herrschte darüber, dass klassische Rollenbilder nach wie vor eine Herausforderung darstellen.
Im Gespräch wurde aber auch deutlich, dass Frauen eigene Stärken in den Beruf einbringen. „Weibliche Auszubildende sind unglaublich kreativ und entwickeln Lösungen, um körperliche Unterschiede auszugleichen“, erklärte Inger-Roxanne Martens und betonte, dass Motivation und Teamfähigkeit wichtiger seien als reine Muskelkraft.
Ein zentrales Thema war außerdem die Sichtbarkeit von Frauen in der Landwirtschaft. „Es fehlt an Vorbildern. Es gibt so viele Frauen in verantwortungsvollen Positionen auf landwirtschaftlichen Betrieben, aber viele kennt man einfach nicht“, lautete das Fazit von Inger-Roxanne Martens. Mehr Präsenz in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien könne dazu beitragen, noch mehr junge Frauen für den Beruf zu begeistern.
Auch an die Ausbildungsbetriebe richteten die Teilnehmerinnen einen klaren Appell: Nicht das Geschlecht, sondern die Persönlichkeit sollte bei der Auswahl im Mittelpunkt stehen. „Offenheit, Zeit für eine gute Ausbildung und die Bereitschaft, individuelle Stärken zu fördern, sind entscheidende Erfolgsfaktoren“, fand Thea Ippen.
Zum Abschluss machten die Gesprächsteilnehmerinnen allen interessierten jungen Frauen Mut. „Werdet selbst das Vorbild und geht euren Weg!“
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