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Was macht unsere Regionen für Urlauber und Bewohner so besonders? 

Dieser Frage widmete sich der TarmsTalk auf der Tarmstedter Ausstellung. Unter der Moderation von Agrarjournalist Dirk Gieschen diskutierten Martina Warnken, 1. Vorsitzende der Landtouristik Niedersachsen und Geschäftsführerin des Ferienhofs Huxfeld in Grasberg, sowie Udo Fischer, Geschäftsführer des Touristikverbands Landkreis Rotenburg (Wümme), über Chancen, Herausforderungen und die Zukunft des Tourismus im ländlichen Raum.

Für Martina Warnken steht fest: Urlaub auf dem Bauernhof ist weit mehr als eine Übernachtungsmöglichkeit. Viele Gäste möchten Landwirtschaft hautnah erleben und diese Erfahrungen mit einer erholsamen Auszeit verbinden. Entscheidend seien dabei Qualität, guter Service und zeitgemäße Angebote. „Wenn das Gesamtpaket stimmt, rückt der Preis oft in den Hintergrund“, machte sie deutlich. Gleichzeitig appellierte sie an landwirtschaftliche Betriebe, sich Besuchern zu öffnen und authentische Einblicke in ihre Arbeit zu ermöglichen.

Doch was macht eine Region eigentlich attraktiv? Für Udo Fischer sind es längst nicht nur bekannte Ausflugsziele oder Freizeitparks. Auch ohne Berge habe die Region viel zu bieten, „Wir wollen Wandern schaffen – auch ohne Berge.“ Das sogenannte Flachlandwandern werde zunehmend beliebter. Gleichzeitig investiere die Region weiter in den Radtourismus. Mit den geplanten Nordrouten sollen neue attraktive Strecken entstehen. 

Neben Highlights wie Worpswede haben auch die ländlichen Regionen eine anziehende Wirkung. Ziel ist es, die Region als attraktive Radreiseregion weiterzuentwickeln. Dabei gehe es um ein stimmiges Gesamterlebnis, viele Gäste suchen Ruhe, Natur und Erholung, genau diese Qualitäten könne die Region bieten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die enge Zusammenarbeit der Landkreise. Nur durch gemeinsame Projekte und eine stärkere Vernetzung lasse sich das touristische Potenzial der Region nachhaltig weiterentwickeln.

Dabei ist Tourismus längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Udo Fischer verwies auf aktuelle Zahlen: Im Landkreis Rotenburg (Wümme) wurden für das Jahr 2025 rund 288 Millionen Euro Bruttoumsatz durch den Tourismus erzielt. Hinzu kommen rund acht Millionen Tagesaufenthalte, ein deutliches Zeichen für die wirtschaftliche Bedeutung der Branche.

Gleichzeitig wurden die bestehenden Herausforderungen nicht ausgeblendet. Besonders die Gastronomie kämpft mit schwierigen Rahmenbedingungen. Mittagstische seien vielerorts kaum noch wirtschaftlich anzubieten. Dennoch bleibe die Einkehr ein wichtiger Bestandteil des Urlaubserlebnisses. Nach einer Wanderung oder Radtour freuen sich Gäste über ein Eis, einen Kaffee oder ein gutes Abendessen – Angebote, die wesentlich zur Aufenthaltsqualität beitragen.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass Tourismus nicht ausschließlich auf Gäste aus anderen Bundesländern ausgerichtet sein muss. Ebenso wichtig ist die Attraktivität der eigenen Region für die Menschen, die hier leben. Naherholung, Freizeitangebote und Naturerlebnisse steigern die Lebensqualität und schaffen einen wertvollen Erholungsraum für Familien.

Zum Abschluss wurde deutlich: Die Potenziale der Region sind groß. Gleichzeitig bremsen Bürokratie und aufwendige Genehmigungsverfahren vielerorts die Entwicklung. Gerade kleinere touristische Angebote benötigen mehr Handlungsspielraum, damit der ländliche Tourismus seine Stärken künftig noch besser ausspielen kann.