76. Tarmstedter Ausstellung zieht 100.000 Besucher an
Die 76. Tarmstedter Ausstellung ist nach vier Ausstellungstagen mit rund 100.000 Besucherinnen und Besuchern zu …

Bei ständig sinkenden Preisen für konventionelle landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Fleisch oder Milch stellen sich Landwirte immer wieder die Frage: Ist die Umstellung auf Ökolandbau vielleicht eine Option? Und was muss ich beim Umstieg beachten? Einblicke in Praxis und Markt gaben vier Akteure aus dem Ökobereich bei der TarmsTalk-Runde des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen.
Beke Gredner von der Dibberser Bio KG berichtete von den ersten Erfahrungen nach der Umstellung im Jahr 2020. Der Betrieb aus Thedinghausen bei Bremen bewirtschaftet 80 ha Ackerland und 90 ha Grünland, das zu Pferdeheu verarbeitet wird. Der viehlose Betrieb baut Hafer, Weizen und Leguminosen an. „Früher haben wir Getreide einfach zum Landhändler gebracht. Im Biobereich gibt es nicht so viele Abnehmer, da zählt der Direktkontakt. Das mussten wir erst lernen“, sagte sie. Wichtig sei ein gutes Netzwerk. Aber auch die Zahl der Händler wachse. „Anders, als früher, fragt man sich jetzt: Was werde ich gut los auf dem Markt? Was passt zu meinem Acker?“
Was sie am Ökomarkt schätzt: Man sei nicht mehr vom Weltmarkt abhängig. Es gäbe zwar immer wieder zeitweilige Überschüsse wie vor ein paar Jahren beim Dinkel oder aktuell beim Hafer. „Aber man hilft sich gegenseitig, sucht gemeinsam Absatzwege und Lösungen, das ist anders als im konventionellen Betrieb“, lautet ihre Erfahrung.
Bioberater Andreas Jessen schilderte, dass Biomilch, aber auch Bioeier eine gute Nachfrage erleben. Wie die Biohähnchen- und putenhaltung in der Praxis aussieht, erklärte Jürgen Tölke, Geschäftsführer von Biofino aus Emstek bei Cloppenburg. Der Betrieb arbeitet vollintegriert, liefert also Hähnchen und Futter und nimmt am Ende das fertige Produkt ab.
Jannis Meseke, Marketingleiter vom Demeter-Getränkehersteller Voelkel berichtete, dass das Unternehmen über 200 Artikel in 20 verschiedenen Produktkategorien vermarktet. Stark gefragt seien mittlerweile Säfte von Möhren und rote Beete, aber auch Beerenfrüchte. „Wer in diesen Bereich einsteigen will, sollte das Gespräch mit uns suchen, wir können zusammen überlegen, was zum Betrieb und zum aktuellen Markt passt und so die beste Lösung für beide Seiten finden“, riet Meseke.
Trends, die er gerade sieht: Die Menschen würden sich nach Gesundheit, Selbstoptimierung, Fitness und Statussymbolen sehnen, also auf dem Markt egozentriert agieren. Diesen Bedarf könnten die Bio-Getränke decken. „Wir adressieren diese Bedürfnisse im Marketing ganz bewusst“, sagte Meseke.



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