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Mit klaren Strategien Rinder besser vermarkten

Auf der Bühne der TarmsTalk-Runden, zu sehen sind die fünf Gesprächspartner von Masterrind zum Thema Rindervermarktung

Talk der MASTERRIND GmbH: Mehr Geld aus der Rindervermarktung? Was erfolgreiche Betriebe anders machen

Milchviehhalter haben verschiedene Strategien, wie sie ihre Kälber oder Färsen vermarkten und ihre Bestandsergänzung organisieren. Im TarmsTalk am Montag wurde auf der Tarmstedter Ausstellung die Frage diskutiert, wie mit der Rindervermarkung mehr Geld erzielt werden kann und was erfolgreiche Betriebe anders machen. Auf dem Podium saßen Ralf Strassemeyer, Geschäftsführer Masterrind, Steffen Bensmann, Spezialist Programmkalb Denkavit, Micheal Dreyer, Landwirt aus Beverstedt, sowie Marike Löhden, Fachberaterin Spermavertrieb Masterrind. Moderiert wurde das Forum von Wiebke Schütte.

Für Ralf Strassemeyer steht fest, dass jeder Milchviehhalter für sich genauer definieren sollte, für welchen Markt er Kälber produzieren will. „Es kommt auf die Betriebsorganisation an, welche Kälber ich produziere. Aber der entscheidende Faktor ist: ich kann in allen Vermarktungswegen das Optimum herausholen, wenn ich die Kälber optimal aufziehe.“ Wichtig sei, mit den Vermarktungsorganisationen zusammenzuarbeiten, damit die Tiere exakt in die Vermarktungswege gebracht werden, die am meisten Geld generieren. Für die Zukunft sieht Strassemeyer gute Chancen für den Rindfleischmarkt. „Die Kuhzahlen gehen nach wie vor latent zurück. Das heißt, wir werden jedes Jahr weniger Kälber bekommen und man sieht momentan, dass sich die Marktpreise im Kälber- genauso wie im Schlachtviehbereich deutlich stabilisiert haben.“ Er prognostizierte, dass sich der Markt bei Rindfleisch in Richtung Rohstoffmangel entwickelt und sich daraus gute Marktaussichten für die Betriebe ergeben. „Der Markt wird sich noch weiter spezialisieren und darauf muss sich die Zucht und die Vermarktung einstellen.“

Auch Steffen Bensmann sieht Reserven, zum Beispiel in der Kälberaufzucht. Mit dem Blick des Vermarktungsexperten für Kälber sagt er: „Das Wichtigste ist, dass wir gerade in den ersten zwei bis vier Wochen alles tun, damit das Kalb einen guten Start ins Leben hat.“ Als Stichworte nannte er die Kolostrumversorgung, eine hygienische Unterbringung des Kalbes und ein gutes Tränkeregime. Das sei die Voraussetzung dafür, ein Kalb gewinnbringend verkaufen zu können. Die Mäster erwarten gesunde Kälber mit zum Alter passendem Gewicht und guter Vitalität. „Diese Vitalität messen wir auch anhand von Blutproben. Die Ergebnisse teilen wir gerne mit den abgebenden Milchviehbetrieben“, so Bensmann. Daraus ließen sich auch für die Aufzucht der weiblichen Kälber wichtige Informationen ziehen.

Für Marike Löhden steckt noch viel Potenzial für die Betriebe in der Wahl einer klaren Besamungsstrategie. Einige Betriebe besamen alle Kühe mit Fleischrassen wie Blau-Weißen Belgiern oder Angus, andere Betriebe setzen nach wie vor Holsteinbullen ein, wieder andere nutzen gezielt weiblich gesextes Sperma für die Reproduktion und belegen die restlichen Kühe mit Fleischrassen. Auch die Auswahl der Kühe, die mit gesextem Sperma belegt werden, sei betriebsindividuell. Löhden plädierte dafür, Genproben von den Kälbern zu nehmen, um frühzeitig zu wissen, wie sich die Tiere entwickeln werden. „Wenn wir die Kälber typisieren können wir beurteilen, ob es sich lohnt, dieses Tier aufzuziehen“, erklärte sie. Neben Milchleistung, Inhaltsstoffen, Funktionalität und Gesundheit werde die Nutzungdauer ein immer größeres Thema. „Dadurch, dass wir diese ganzen Zahlen haben, wenn wir typisieren, können wir langlebige und funktionale Tiere relativ gut erkennen“, erläuterte Löhden.

Milcherzeuger Michael Dreyer aus Beverstedt hat seinen Betrieb klar auf Milcherzeugung ausgerichtet. Er melkt rund 700 Kühe, zieht aber keine eigene Nachzucht auf. Stattdessen werden alle Kühe mit Blau-Weißen Belgiern besamt. Sein Ziel ist es, die Stallplätze und Arbeitskräfte so effektiv wie möglich zu nutzen. Die Kälber, die durch die Anpaarung der Holsteinkühe mit der Fleischrasse entstehen, sind am Markt gefragt. „Diese Kälber bedürfen Aufmerksamkeit und Pflege, dieser haben wir uns gestellt, da der wirtschaftliche Faktor eines solchen Kalbes hoch ist“, so Dreyer. Bei der Besamung mit der Fleischrasse setzt er auf über mehrere Jahre geprüfte Bullen, die in der Tragezeit nicht übertragen und keine Probleme im Kalbeverlauf bereiten.

Für die eigene Bestandsergänzung kauft Familie Dreier ausschließlich Färsen auf den Auktionen. „Für uns ist es wichtig, die Tiere nicht nach Leistungsdaten beziehungsweise Abstammung zu selektieren, sondern wir selektieren das individuelle Tier. Es muss für das automatische Melksystem funktional, vom Exterieur her produktiv und beweglich sein. Diese Individualität bei der Auswahl der Kühe ist für uns sehr wichtig und zeichnet sich in der Ökonomie des Betriebes aus.“ Dazu zählt für Dreyer auch, die Färsen nicht zu teuer einzukaufen. Dafür sind allerdings kontinuierliche Auktionsbesuche notwendig.

Die Botschaft an die Milchviehhalter aus dem Forum lautete, sich über die eigene Besamungs- und Vermarktungsstrategie Gedanken zu machen und die Potenziale aus einer optimalen Kälberaufzucht zu nutzen. Für gute Kälber wird Geld bezahlt und werden auch in Zukunft gesucht.

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