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Mehr Artenvielfalt mit Öko-Mutterkühen

Ökologische Mutterkuhhaltung hat viele Vorteile: Grünland wird erhalten und genutzt und die Artenvielfalt wird gesteigert. Zudem können Ökobetriebe von einer Vielzahl an Fördermöglichkeiten im Rahmen des Agrarantrags profitieren. „Die Förderprogramme zur Artenvielfalt sind interessante Einnahmequellen für ökologische Mutterkuhhalter“, sagte Heiko Borchers, Berater für Ökolandbau bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Bremervörde.

In der Talkrunde auf dem Öko-Treff am Freitagnachmittag ging es um das Thema Wirtschaftlichkeit der ökologischen Mutterkuhhaltung. „Die ökologische Mutterkuhhaltung ist ein attraktives Modell für die Nutzung von extensivem Grünland“, brachte es Borchers auf den Punkt. Die ökologische Mutterkuhhaltung unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von der konventionellen, etwa im Punkt Zukauf von Öko-zertifiziertem Futter.

Auch lassen sich Altgebäude für die Stallhaltung im Winter häufig einfach an die Öko-Vorgaben hinsichtlich Platz- und Tageslichtanspruch anpassen. Borchers machte deutlich, dass die Rasse zum Standort passen muss. Viele Öko-Mutterkuhhaltung würden Angus halten, weil sie robust und genügsam sind sowie eine gute Fleischqualität und -ausbeute liefern. Ein Arbeitskreis befasst sich seit letztem Jahr mit Fragen rund um die Mutterkuhhaltung. „Die Betriebe schätzen den Austausch untereinander, es werden Themen wie Fütterung, Vermarktung, Kälbergesundheit und Stallbau erörtert.“

Auch die Wirtschaftlichkeit der ökologischen Mutterkuhhaltung ist ein Thema. Fünf Betriebe haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengefunden, der sich mit der Betriebszweigauswertung befasst. Denn auch die ökologische Mutterkuhhaltung muss sich rechnen. Gerade die Direktvermarktung ist aktuell nicht einfach. „Ein Mehrpreis für ökologisch erzeugtes Rindfleisch von 1 €/kg, wie wir ihn vor einigen Jahren generieren konnten, ist aktuell nicht möglich“, sagte Borchers. Er sieht bei der Vermarktung noch Reserven, denn viele Absetzer aus ökologischer Mutterkuhhaltung gehen aktuell noch an konventionelle Mäster – ohne Mehrpreis für die ökologische Aufzucht.