Jetzt auch im Videoformat: Sechs TarmsTalk auf YouTube
Spannende Diskussionen, unterschiedliche Perspektiven und aktuelle Themen aus Landwirtschaft und ländlichem Raum: Auf dem YouTube-Kanal …

Schnell sind ein “Reiß Dich zusammen” oder der biblische Zuruf „Fürchte Dich nicht“ ausgesprochen. „Aber wie klingt das für einen Menschen, der schon einmal um seine Ernte gebangt hat? Der Tiere versorgt und nicht weiß, wie sich Preise entwickeln oder für einen, der den Hof übergeben oder übernehmen möchte. Für einen Menschen, der krank geworden ist, der einen anderen, eine andere vermisst, der oder die nachts wach liegt und überlegt: Wie soll es weitergehen? Der weiß, die Angst verschwindet nicht einfach“, schilderte Sabine Preuschoff, Bischöfin aus Stade und zuständig für die Elbe-Weser-Region, beim Zeltgottesdienst während der Tarmstedter Ausstellung.
Sie erklärte, dass Furcht ein vielschichtiger Begriff sei. „Wir fürchten uns vor Krankheit und Leiden, vor dem Verlust der Arbeitsstelle, vor Einsamkeit, vor Streit, Zerrüttung, vor Terror und Krieg, innere, äußere Abgründe, die sich auftun. Und Furcht an sich ist gar nichts Schlimmes.“ Sie gehöre zum Menschsein dazu, denn sie warne und schütze uns vor Gefahr. Sie kann sich aber auf den ganzen Menschen ausdehnen, kann sein Denken und Handeln besetzen, sodass er getrieben ist und nicht mehr weiß, was er tun soll.
An die landwirtschaftlichen Betriebe gewandt sagte sie: „Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben. Wenn der Betrieb, die Familie oder die Zukunft belasten, ist es wichtig, mit jemandem zu reden, der zuhört.“ Das könne die Telefonseelsorge oder die Familienberatung sein, die auch auf der Tarmstedter Ausstellung vertreten sind. . „Gerade Menschen in der Landwirtschaft tragen oft viel Verantwortung. Man ist gewohnt anzupacken und durchzuhalten. Nicht selten ist für das, was einen innerlich belastet, kein Platz. Darum kann es helfen, sich bewusst Zeit für Gespräche und Entlastung zu nehmen“, sagte sie.
Außerdem macht sie Mut für Hofnachfolger und Betriebsleiter: Nicht alles muss alleine getragen werden. Preuschoff rät indirekt dazu, Vertrauen zu behalten, Hilfe anzunehmen und sich nicht nur an Kontrolle und Selbstverantwortung festzuklammern.



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