Skip to main content

Drohnen in der Landwirtschaft: Präzise Aussaat aus der Luft

Das “Innovationslabor” auf der Tarmstedter Ausstellung ist ein Truck, mit dem die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Beratung und Informationen über Chancen und Innovationen anbietet. Die Landwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen: Klimawandel, Arbeitskräftemangel und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Um diesen zu begegnen, setzt die Landwirtschaftskammer verstärkt auf moderne Technologien, neben flächenspezifischer Aussaat und zentimetergenauer Pflanzenschutzapplikation auch Drohnen und der Einsatz von Apps zur Rehkitzrettung.

Präzise Aussaat aus der Luft

Insbesondere die Drohnensaat bietet ein großes Potenzial, um schwierige Flächen effizient, umweltschonend und kostengünstig zu bewirtschaften. Bei der Drohnensaat werden speziell ausgestattete Multikopter-Drohnen eingesetzt, die Saatgut punktgenau auf vorbereiteten Flächen ausbringen. Diese Methode eignet sich besonders für schwer zugängliche oder erosionsgefährdete Areale wie Hanglagen, Zwischenfruchtaussaat auf Stoppelfeldern oder Nachsaaten auf Dauergrünland. Dank GPS-Steuerung und moderner Sensorik arbeiten die Drohnen mit hoher Präzision. So lassen sich Überlappungen und Fehlstellen vermeiden – was nicht nur die Erträge stabilisiert, sondern auch Saatgut spart.

Vorteile für Landwirte

Die Landwirtschaftskammer hebt in ihren Versuchen und Demonstrationsprojekten mehrere Vorteile hervor:

  • Bodenschonung: Einsparung von Bodenbearbeitung und Aussaat
  • Wirtschaftlichkeit: Weniger Kraftstoffverbrauch
  • Flexibilität: Drohnensaat kann auch bei feuchten Bedingungen erfolgen
  • Zeiteffizienz: Aussaat von z.B. Zwischenfrüchten kann vor der Ernte stattfinden und Arbeitsspitzen werden verringert

Forschung und Förderung

In Zusammenarbeit mit Landwirten und Drohnendienstleistern untersucht die Landwirtschaftskammer die Praxistauglichkeit verschiedener Drohnensysteme, die Fluggenauigkeit sowie Keimraten der ausgebrachten Saaten. Erste Ergebnisse zeigen vielversprechende Ansätze, vor allem bei der Aussaat von Zwischenfrüchten und Untersaaten. Trotz lückigerer Bestände findet eine gute Pflanzenentwicklung statt. Die Drohnenaussaat stößt bei Flächen mit Bäumen im direkten Umfeld an ihre Grenzen.

„75 Jahre Zukunft“ – Fortschritte der Landtechnik

Die Drohnensaat ist ein weiteres Beispiel für den Wandel hin zur digitalen, nachhaltigen Landwirtschaft. Die Landwirtschaftskammer sieht in dieser Technologie ein wichtiges Werkzeug, um Betriebe zukunftsfähig aufzustellen und ökologische Ziele effizient zu erreichen. In den kommenden Jahren sollen weitere Praxisversuche durchgeführt und das Wissen in die Fläche getragen werden. Darüber hinaus werden Schulungen für Landwirte angeboten, um Technik, rechtliche Rahmenbedingungen und Anwendungsbereiche kennenzulernen. Es wird auch eine App zur Beratung und erfolgreichen Unternehmensführung angeboten.