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Tarmstedter Gespräche: Energiewende in Niedersachsen – so geht es weiter

In Niedersachsen spielt die Energiewende eine große Rolle. Bis zum Jahr 2050 will sich das Land komplett aus erneuerbaren Energien versorgen – ein großes Ziel.  Doch wie sieht es aktuell in Niedersachsen aus, und wie wird es nach der Landtagswahl im Januar 2018 weitergehen? Darüber diskutierten im Rahmen der Tarmstedter Gespräche unter der Moderation von Hinrich Neumann fünf Energieexperten aus den Bundes- und Landtagsfraktionen.

Ein Fünftel aller Windkraftanlagen in Deutschland, das sind 5700 Anlagen, stehen in Niedersachsen. „Dass Windkraft damit wirtschaftlich die wichtigste Säule in der Energiewende darstellt, ist den Landwirten zu verdanken. Sie haben Biogasanlagen und Windkraftwerke gebaut oder die Flächen dafür zur Verfügung gestellt“, sagte Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der grünen Bundestagsfraktion und Abgeordnete für den Wahlkreis Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.

Deshalb dürfe man die Menschen, die in erneuerbare Energien investieren, auch nach der Reform des neuen Erneuerbaren-Energie-Gesetzes „nicht im Regen stehen lassen“, bemerkte Hermann Grupe, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Wichtig seien ein fairer Umgang mit allen Beteiligten und vernünftige Angebote.

Als große Herausforderung mit reichlich Potenzial sieht Renate Geuter, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Mitglied des Agrarausschusses aus dem Landkreis Cloppenburg,  die Umsetzung des Ausbaus der Windenergie an Land. „Der Ausbau liegt in der Kompetenz der kommunalen Ebenen, und ist von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich.“

Martin Bäumer MdL, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, unterstrich Geuters Aussage und fügte hinzu, dass neben dem Bau neuer Anlagen auch die Möglichkeit bestehe, ältere Anlagen durch neuere und größere zu ersetzen, um die Erträge zu steigern. Kritisch merkte Michael Braedt, Geschäftsführer der Partei DIE Linke in Niedersachsen, die „Verspargelung quer durch die Landschaften“ an.  

In der Diskussion um die Zukunft der Biogasanlagen waren sich die waren sich die Politiker aller Couleur einig, dass die Technik Schwankungen in der Zeit ausgleichen könne, in der keine Sonne scheine oder Wind wehe. Dafür benötigten die Anlagenbetreiber aber Planungssicherheit sowie faire und vernünftige Anschlussregelungen.

Auch zukünftig gelte es Lösungen zu den wichtigen Herausforderungen der Energiewende in Niedersachsen zu finden. „Die Energiewende kann nur mit der Akzeptanz der Mitbürger gelingen“,  so Renate Geuter, und Martin Bäumer betonte: „Zur Energiewende gibt es keine Alternative.“