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Moderne Landtechnik: Problemlöser für Stall und Acker

Saugroboter für Laufflächen, Unkrautbekämpfung mit Strom, Exaktstreuer bis 48 m oder Störstoffabscheider für Biogasanlagen: In Tarmstedt finden Sie viele Lösungen für die tägliche Arbeit. Wir haben uns auf dem Gelände umgeschaut.

Stalltechnik

Roboter, die autonom über die Spaltenbereiche in Milchviehställen fahren und diese säubern, haben sich mittlerweile auf den Betrieben bewährt. Für die Reinigung von festen Oberflächen muss hingegen noch der Hoflader ran oder es ist Handarbeit mit Schiebern gefragt. Doch Abhilfe ist in Sicht: Eine absolute Neuheit auf der Tarmstedter Ausstellung ist der Saugroboter Discovery 120 Collector am Stand von Lely. „Ein Roboter schafft etwa 500 Quadratmeter planbefestigte Fläche, egal ob Lauffläche, Melkstandbereich oder Vorwartehof“, sagt Mitarbeiter Lukas Rodenbäck. Die Routen der zu reinigenden Bereiche können programmiert und abgespeichert, später aber auch jederzeit per Tablet oder Smartphone verändert werden. Eine Wasserdüse weicht das aufzunehmende Material ein, ehe es eine Gummischürze zusammenschiebt und in den 340 Liter fassenden Tank des Roboters über ein Vakuum einsaugt. An einer Ausgabestation spuckt der Discovery das Material wieder aus und nimmt neues Wasser auf. Über Sensoren und Ultraschall hält der Roboter Abstand zu Kanten und Liegeboxen.

Unkrautbekämpfung

Wie kann der Einsatz von Herbiziden reduziert werden? Hacken und Striegel sind eine Möglichkeit, auch Strom kann eine Lösung sein. Hingucker am Stand von Mager und Wedemeyer ist der Prototyp eines Elektro-Unkrautvernichters „X-Power“ von Zasso Deutschland mit drei Metern Arbeitsbreite für den Frontanbau. Im Praxiseinsatz liefert ein im Heck angebautes Aggregat die benötigten 7000 bis 8000 Volt Spannung, die im Frontanbau zwischen einem Plus- und einem Minuspol strömen. „Alle Pflanzen in diesem Bereich werden abgetötet, über die Wurzeln sogar 18 Zentimeter tief in den Boden: Dabei platzen die Zellen der Pflanzen auf und sterben ab“, sagt Mitarbeiter Tim Schröder. An Schlepperleistung werden 200 PS benötigt.

Düngetechnik

Wie schaffen Landwirte den Spagat beim Düngerstreuen zwischen einer möglichst hohen Flächenleistung bei einer gleichzeitig exakten Ausbringung des Mittels? Das Unternehmen Bredal zeigt einen neuen Exaktstreuer, der Kalk bis 30 Meter, Harnstoff bis 40 Meter, schwereren Dünger sogar bis 48 Meter Breite verteilen kann. Das neu entwickelte Streuwerk wird von einem Hybridaggregat über die Traktor-Zapfwelle angetrieben und über Isobus gesteuert. „Ein Neigungssensor passt die Düngermenge beim Streuen in unebenem Gelände an, Teilflächen und keilförmige Flächen können über Teilbreitenschaltung (Section Control) präzise abgestreut werden“, sagt Willem Honermeier vom Bredal Vertrieb. Erhältlich ist das Streuwerk für Wagen zwischen 8,6 und 19,4 Kubikmeter.

Biogastechnik

Fremdstoffe in Biogasanlagen sind ärgerlich – sowohl für die Pumpentechnik, als auch bei einer eventuellen späteren Separation: „Klauenklötze, Halsbänder, Werkzeuge, Steine und Reste abgeplatzter Spalten in der Gülle – der Stallkamp-Störstoffabscheider findet alles wieder“, sagt Iwo Bunjes am Stand der Firma Evers. Werden die Fremdstoffe nicht herausgefischt, drohen Riefen in der Verdrängerpumpe und der Gärrestseparatoren oder kaputtgedrückte Presssiebe. Der neue Abscheider ist mit wartungsfreien Platteisen statt wie sonst üblich mit Messern ausgestattet, die immer wieder geschärft werden müssten

Hier gehts zum Neuheiten-Video der 71. Tarmstedter Ausstellung

Rubrik: Landwirtschaft & Landtechnik
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Schluckt alles: Der Saugroboter von Lely, hier gezeigt von Lukas Rodenbäck, reinigt wie ein Staubsauger befestigte Flächen im Stall
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Findet alles: Iwo Bunjes mit dem Störstoffabscheider der Firma Stallkamp.
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Streut breit: Willem Hönermeier mit dem neuen Breitstreuwerk von Bredal
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Unter Strom: Mit bis 8000 Volt tötet das von Tim Schröder vorgestellte Gerät von Zasso Pflanzen zuverlässig ab.