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Landwirte sollten Mitarbeiter wertschätzen

Beim Landjugendforum im Rahmen der Tarmstedter Gespräche beleuchteten vier Referenten aus unterschiedlichen Blickrichtungen die Gründe für den Fachkräftemangel in der Landwirtschaft und stellten Lösungsvorschläge vor.

Unter dem Motto „Hof sucht Fachkraft“ diskutierten am Montag beim Landjugendforum im Zelt der Maschinenringe vier Experten über den zunehmenden Fachkräftemangel in der Landwirtschaft. „Die Betriebe suchen zunehmend Fachkräfte für bestimmte Aufgaben, z.B. Melker oder Herdenmanager“, berichtete Hermann Dorfmeyer von der landwirtschaftlichen Personalberatung und -vermittlung farmconnect.

Anne-Marie Pape, Mitglied des Agrarausschusses der Niedersächsischen Landjugend, hat nach ihrem Studium in Göttingen eine Tätigkeit auf einem Spargel- und Erdbeerbetrieb in der Nähe von Braunschweig aufgenommen. Dort sind 60 Erntehelfer beschäftigt, weshalb sie auch Personalführungsaufgaben hat. „Die Nähe zur Industrie zieht viele Fachkräfte ab, daher müssen die Betriebe mit ihren Alleinstellungsmerkmalen punkten wie z.B. Familienanschluss, Aufgaben mit besonderer Verantwortung und eine flache Hierarchie“, sagte sie. Außerdem sollten sie Arbeitsplätze attraktiv gestalten. „Dazu gehören neben einem entsprechenden Lohn auch Arbeitskleidung, Arbeitsregelung und andere Selbstverständlichkeiten“, ergänzte Ralf Schomacker, Geschäftsführer des Maschinenrings Zeven, der Betriebshelfer vermittelt. Er plädiert dafür, dass Betriebe sich in punkto Mitarbeiterführung weiterbilden. Sie sollten Mitarbeiter wertschätzen und auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen.

Milchviehhalter Jan Brokering hat mit elf anderen Betrieben das Heft selbst in die Hand genommen und ein Traineeprogramm aufgelegt. Die Betriebe haben über Facebook und andere Soziale Medien nach jungen Bewerbern gesucht. 17 junge Menschen haben sich beworben, acht Trainee haben die Betriebe vergeben. Auf zwölf Betrieben werden sie jetzt auf einen möglichen Job als Herdenmanager ausgebildet. „Für die Ausbildung sollten sich Betriebsleiter unbedingt Zeit nehmen. Auch können sie mit einer gut gestalteten Internetseite auf sich aufmerksam machen und den Arbeitsplatz präsentieren“, riet Dorfmeyer.

Rubrik: Landwirtschaft & Landtechnik
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Sie diskutierten über Fachkräftemangel in der Landwirtschaft (v.l.): Jan Brokering, Anne-Marie Pape, Hermann Dorfmeyer, Ralf Schomacker, Hinrich Neumann (Moderator).