Zum Inhalt springen

Hacken und Striegeln statt Sprühen und Spritzen

Beikraut bekämpfen ohne den Einsatz von Chemie: Die mechanische Unkrautbekämpfung ist längst über den ökologischen Landbau hinausgewachsen und wird mittlerweile von immer mehr konventionell wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. In Zeiten, in denen kaum neue Pflanzenschutzmittelwirkstoffe zugelassen werden und zunehmend Unkräuter resistent sind gegen zugelassene Mittel, stellt die mechanische Entfernung des unerwünschten Begleitwuchses eine echte Alternative dar.

Praktische landtechnische Lösungen finden sich auf der Tarmstedter Ausstellung gleich auf einer Reihe von Ständen. Der österreichische Hersteller APV  stellt eine echte Neuheit vor, nämlich eine Vorserienmaschine des brandneuen „Variostriegels“ für den Einsatz im Getreide und Dammkulturen. Alle Zinken dieses sechsbalkigen Grubbers sind gefedert, sodass sie einen identischen Druck über die gesamte Breite ausüben. Die Höhe des Drucks lässt sich von der Kabine aus bequem variieren, indem der Rahmen hydraulische angehoben oder abgesenkt wird. Erhältlich ist die Maschine in Breiten zwischen 6 und 12,20 Meter, wie Rolf Greifenberg, Vertrieb Norddeutschland bei APV, erläutert.

Beim Landtechnikhändler Kraeft konnte der „Chop-Star“ von Einböck aus Österreich bestaunt werden, eine achtreihige Maishacke für 75er Reihenabstand. Diese ist mit einer automatischen Kamerasteuerung für die Reihenerkennung („Row Guard“) ausgestattet, die ein sicheres Arbeiten ausschließlich zwischen den Reihen garantieren soll, wie Außendienstmitarbeiter Fred Buttelmann erläutert. Alternativ sind Aggregate für 25er sowie 45er Reihe erhältlich, außerdem Fingerhacke, Rollhacke und weitere Anbaukomponenten. Zwischen zwei und zwölf Meter liegen die angebotenen Arbeitsbreiten. Am Stand wird ebenfalls die Schere „Comb cut“ mit 6,40 Arbeitsbreite vorgestellt, mit der in stehenden Ackerkulturen nicht nur Disteln, sondern auch Melde, Ampfer und andere hartstängelige Pflanzen bekämpft werden können.

Ebenfalls eine Neuheit wird am Stand von Güttler vorgestellt, nämlich die Großfederzinkenegge „Supermaxx Bio Edition“, die ein chemiefreies Stoppelmanagement ermöglicht. Statt aufgelaufenes Unkraut zu spritzen wird mit der leichtzügigen Egge stattdessen in zwei bis drei Durchgängen die Stoppel bearbeitet, das Ausfallgetreide so zum Auflaufen gebracht und beim nächsten Arbeitsgang mechanisch zerstört sowie die Strohrotte gefördert. Während die Eggenzinken den Bewuchs lösen, legt der Striegel das Unkraut an der Oberfläche ab, sodass es vertrocknet.

Sehenswert ist auch die Präzisionshacke von Carré-Econet am Stand von Tiemann Agrartechnik. Jedes Hackelement ist mit einem eigenen Parallelogramm ausgestattet, was in Verbindung mit einem Tastrad pro Element eine einheitliche Arbeitstiefe gewährleistet. Dadurch soll die hohe Präzision, die durch automatische Spurführungssysteme erreicht wird, auch auf das Hackgerät übertragen werden. Erhältlich ist die Hacke in Breiten von drei bis zwölf Meter und vier bis 48 Reihen. 

Rubrik: Landwirtschaft & Landtechnik
Zurück
APV_Greifenberg_web.jpg
Neuheit: Das Vorserienmodell des brandneuen APV-Variostriegels, hier präsentiert von Rolf Greifenberg, ist auf der Tarmstedter Ausstellung zu bestaunen.
Kraeft_Buttelmann_web.jpg
Ein Gerät, viele Anbauaggregate: Fred Buttelmann mit verschiedenen Komponenten für den “Chop-Star“ am Stand von Kraeft
carré_Econet_web.jpg
Präzise dank Kameratechnik: Die Präzisionshacke von Carré-Econet.
Güttler_Weitzmann_web.jpg
Leichtzügig: Die Großfederzinkenegge Supermaxx von Güttler, hier vorgestellt von Sebastian Weitzmann.