Zum Inhalt springen

Futtermittelunternehmen bieten vielfältige Lösungen

Die Futtermittelhersteller in der Region bieten als Partner für die tierhaltenden Landwirte verschiedene Lösungsansätze bei der Fütterung, um einen Überschuss an Stickstoff und Phosphor zu vermeiden. Auch für die gentechnikfreie Fütterung von Kühen und Schweinen führen sie Futtermittel im Sortiment. Wir haben auf der Tarmstedter Ausstellung mit einigen Unternehmen gesprochen.

Hansa Landhandel

Für Hansa Landhandel aus Heeslingen ist das Thema Nachhaltigkeit sehr präsent. Wo es geht, werden im Mischfutter heimische Komponenten eingesetzt – sowohl Getreide als auch Rapsschrot stammen überwiegend aus der Region. Darüber hinaus wird ein Teil des Mischfutters für den Rinderbereich nach den Kriterien des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (kurz VLOG) produziert. „Rund 30 Prozent unseres Mischfutters für Milchvieh erzeugen wir mit gentechnikfreien Komponenten“, sagt Ulrich Pape. Sowohl im Rinder- als auch im Schweinefutter wird Rapsschrot eingesetzt.

Als einer der ersten Futtermittelhersteller in der Region hat Hansa Landhandel Phytasen zur Phosphorreduzierung im Schweinefutter eingesetzt. „Im Jahr 2000 wurden die Phytasen hier in Tarmstedt auf der Ausstellung das erste Mal vorgestellt. Heute werden Phytasen standardmäßig eingesetzt“, so Pape. Der Einsatz von RAM-Futter und eine Phasenfütterung der Schweine sei selbstverständlich, um einerseits die Schweine entsprechend ihrer Leistung zu füttern und um die Nährstoffausscheidung zu begrenzen. Auch im Milchviehfutter wird auf eine Phosphorreduzierung geachtet, ebenso auf eine angepasste Proteinversorgung, um die Stickstoffausscheidungen zu begrenzen.

Rudolf Peters

„Die GVO-freie Fütterung ist ein starkes Thema auf den Betrieben“ berichtet Niko Mammen, Rinderspezialberater bei Rudolf Peters Landhandel aus Winsen/Luhe. Das Unternehmen arbeitet im Mischfutterbereich für Rinder, Schweine und Hühner mit For Farmers zusammen, die in der gentechnikfreien Fütterung nicht auf Rapsschrot setzen, sondern GVO-freies Soja und Protigrain, ein Produkt aus Weizenschlempe, verwenden. „Damit sind wir im Eiweißbereich sehr vielseitig“, so Mammen. In einigen Regionen sei eine Phosphorreduzierung im Futter aufgrund hoher Phosphormengen im Boden notwendig. Da stoße ein GVO-freies Rinderfutter auf Rapsschrotbasis an seine Grenzen, weil der Raps höhere P-Gehalte aufweise. „Eine Alternative für die Betriebe könnte auch der Anbau von Luzerne oder anderen heimischen Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen sein“, erklärt Mammen. Als Spezialberater hat er nicht nur den Bereich der Rinderfütterung im Blick, sondern ist für die Milcherzeuger auch Ansprechpartner für Fragen rund um die Rinderhaltung. Eine Kollegin für die Beratung im Bereich Euter- und Klauengesundheit unterstützt ihn dabei.

Una-Hakra

Das Hamburger Unternehmen Una-Hakra ist auf die Herstellung von Schweinefutter spezialisiert. Phosphor-reduzierte Schweinefutter gehören seit Jahren zum Standard. „Wir setzen Phytasen der neuen Generation ein, die sind effektiver“, sagt Stephan Zumsande. Diese neuen Phytasen können den pflanzlichen Phosphor so aufschließen, dass die Schweine ihn besser verdauen können. Dadurch lässt sich die Zugabe von anorganischem Phosphor in den Futterrationen deutlich reduzieren und die Schweine scheiden weniger unverdautes Phosphor aus. Auch Una-Hakra setzt auf eine intensive Beratung der Kunden. „Wir bieten auf das Alter und die Leistung der Schweine abgestimmte Fütterungskonzepte. Die Phasenfütterung ist das A und O“, erklärt Zumsande. Je nach Bedarf der Betriebe könnten die Futter stark, wenn nötig auch sehr stark im Phosphorgehalt gesenkt werden. Auch eine Stickstoffreduzierung in der Ration sei möglich.

Zu den Kunden zählen auch Selbstmischer in ganz Deutschland, die ihr hofeigenes Getreide mit Eiweißkomponenten ergänzen. „Bei der Bestimmung der Inhaltstoffe des Getreides sollte immer der Phosphorgehalt untersucht werden, um eine optimale Versorgung der Schweine in der Ration zu gewährleisten“, ergänzt Fütterungsberaterin Christine Albrecht. Denn Phosphor ist für Schweine ein lebenswichtiger Baustein für Grundumsatz und Leistung. Und im Getreide seien die Phosphorgehalte in vielen Fällen geringer als die angenommenen Durchschnittswerte. „Als überregionaler Anbieter von Schweinefutter und Eiweißkomponenten differenzieren wir den Phosphorgehalt betriebsindividuell und bedarfsorientiert“, bringt es Albrecht auf den Punkt.

RAISA

Die RAISA in Stade betreibt in Apensen ein eigenes Kraftfutterwerk, in dem im Jahr 120 000 t Schweine- und Rinderfutter hergestellt werden. Sie verarbeiten viele heimische Produkte wie Getreide und Melasseschnitzel. Das Werk der RAISA ist VLOG-zertifiziert, rund 30 bis 40 Prozent aller Mischungen sind gentechnikfrei. Als Sojaalternative wird aufgewertetes Rapsschrot eingesetzt, auch aufgeschlossene Lupinen, Leinsaat und Ackerbohnen, die in Kehdingen angebaut werden, kommen in die Mischungen. „Die Nachfrage nach gentechnikfreien Mischungen ist bei den Milcherzeugern groß“, sagt Carsten Seeba. Sie seien auch in der Lage, für Schweine gentechnikfrei Mischungen anzubieten. Doch diese Mischungen mit Rapsschrot würden gerade nicht nachgefragt, weil Soja verhältnismäßig billig sei. Die RAISA arbeitet im Futtermittelbereich eng mit dem Unternehmen Hamburger Leistungsfutter zusammen. „Stickstoff- und Phosphor-reduzierte Futtermittel gehören im Schweinebereich zu den Standards“ ergänzt Vorstandsmitglied Andreas Pape. Selbstverständlich biete die RAISA den Landwirten auch eine Fütterungsberatung an.

Schaumann

Auch Schaumann bietet seinen Landwirten verschiedene Lösungen für eine Stickstoff- und Phosphor-reduzierte Fütterung. Gebietsleiter Klaus Lübben betont, dass schon der Einsatz von Siliermitteln die Nachhaltigkeit der Milchviehhaltung erhöht, weil Lager- und Gärverluste reduziert werden. Enzymzusätze verbessern die Rohfaserverdaulichkeit des Futters, so dass die Grundfutterleistung erhöht und die Nährstoffverluste über die Gülle gesenkt werden. „Wir bieten auch pansenstabile Aminosäuren an. Damit können wir in der Rinderration den Rohproteingehalt senken“, so Lübben. Ein angepasster Proteingehalt bedeute auch eine Stickstoffeinsparung über die Gülle. „Damit sind wir für die Zukunft gerüstet.“ Im Schweinebereich ist auch bei Schaumann der Phytaseeinsatz Standard. In den Mineralfuttern ist laut Lübben der P-Anteil von 2,5 auf 1 % Phosphor je Kilogramm Mineralfutter gesenkt worden. Zudem sei der Aminosäuregehalt in den Mineralfuttern erhöht worden, um in der Mischung Protein einsparen zu können.

Die Futtermittelunternehmen bieten den Landwirten eine ganze Reihe Möglichkeiten, über die Fütterung die Gehalte an Phosphor und Stickstoff in der Gülle zu reduzieren. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen in die Beratungsempfehlungen der Unternehmen mit ein.

Rubrik: Landwirtschaft & Landtechnik
Zurück
IMG_9875-web.jpg