Historie

Seit 1949 öffnet die Tarmstedter Ausstellung alljährlich in der kleinen Gemeinde vor den Toren Bremens für vier Tage ihre Pforten. Doch wie ist die Tarmstedter Ausstellung eigentlich entstanden? Die Gründung der größten landwirtschaflichen Regionalausstellung Norddeutschlands geht zurück auf eine Sitzung des Tarmstedter Gemeinderats im Herbst 1948. Ein Thema war die Frage, wie die wirtschaftliche Lage im Ort verbessert werden könnte. Moritz Deter schlug vor, einmal jährlich eine "Landwirtschafliche Maschinen- und Geräteausstellung" zu veranstalten. Seine Idee fand die Zustimmung des Gemeinderates.
Als Termin für die erste Tarmstedter Ausstellung hatte man sich das erste Wochenende im September ausgesucht. Die Überlegung dahinter: Wenn die Kornernte schon weitgehend eingebracht war, würde Geld genug im Umlauf sein, mit dem die Bauern Maschinen kaufen konnten.
Die Ausstellungsleitung von 1949: Heinrich Lüdecke, Alexander Wölke, Hermann Knoop, Ernst Paul, Alexander Rust, Hinrich Meyerdierks (stehend von links); Hermann Bohling, Johann Henning, Rudolf Rottenbach, Moritz Deter (sitzend von links).
Trotz anderslautender Vorhersage findet die erste Ausstllung bei gutem Wetter statt. Für die Besucher aus der näheren Umgebung ist das Fahrrad das wichtigste Verkehrsmittel. Damit sich auch die in weiterer Entfernung wohnenden Interessierten einen der Ausstellungsbesuch leisten können, werden Sonderbusse und Sonderzüge mit besonders günstigen Tarifen eingesetzt. Der Aufwand hatte sich gelohnt: An den Kassen drängten sich die Menschen. Nicht weniger als 14.000 Besucher kamen 1949 zur ersten Tarmstedter Ausstellung.
Die erste Ausstellung fand an mehreren Stellen statt: Mitten im Ort auf dem Schulhof und an der Straße "Unter den Linden" sowie am Ostbahnhof (Foto). Dort präsentierten sich die landwirtschaftlichen Anbieter. Da die dortige Ausstellungsfläche direkt neben den Feldern lag, konnten die Maschinen und Geräte sogar im Praxiseinsatz gezeigt werden. Der Grundstein für die Landmaschinenvorführungen, die über Jahre das prägende Merkmal der Ausstellung werden sollten, war gelegt.
Das Interesse an der ersten Tarmstedter Ausstellung war so groß, dass auch nach dem Druck des Kataloges noch Anmeldungen angenommen wurden. So stieg die Zahl der Aussteller über die im Katalog verzeichneten 132 bis zum ersten Ausstellungstag auf 170 an.
Die Aufbruchstimmung vier Jahre nach Kriegsende und ein Jahr nach der Währungsreform wurde in den Zelthallen am deutlichsten sichtbar. Das Angebot war für die Besucher beeindruckend und reichte von der Kleidung über Möbel bis hin zu modernen Waschmaschinen. Der Radiostand von Herbert Dittmers aus Tarmstedt präsentierte die aktuellen Nachkriegsmodelle.
Durch die Ausstellung sollte die heimische Wirtschaft die Gelegenheit bekommen, ihr Leistungsangebot einem großen Publikum zu präsentieren. Handel, Handwerk und Gewerbe nahmen diese Herausforderung dankend an. Damals wie auch heute berichten die Aussteller zufrieden: "Hier wird noch gekauft." Auf dem Bild aus dem Jahr 1954 ist der Stand der Firmen Stabel und Hoyermann zu sehen.
Zeitgemäße Technik für den Bauernhof Anfang der 50er Jahre: Drillmaschine für das Pferdegespann und Kartoffelsortiermaschinen zur Aufbereitung des wichtigsten Lebensmittels vom Acker.
Die Bezeichnung "Landmaschinen- und Geräte-Ausstellung" beschreibt nicht den wirklichen Charakter der Tarmstedter Ausstellung. Von Anfang an war die Veranstaltung nicht nur als eine reine Fachausstellung für den Elbe-Weser-Raum, sondern auch als ein Fest für die gesamte Bevölkerung Tarmstedts und der Nachbarorte organisiert worden. Vielfältige Aktionen für Kinder gehörten immer mit dazu.
Rund um die Tarmstedter Ausstellung ging es nicht nur um das trockene Geschäft der Aussteller. Vielmehr sorgten die Organisatoren für abwechslungsreiche Höhepunkte, bei denen es recht heiter zuging. So wurde das Ausstellungsgelände 1955 zum Schauplatz einer Spielfilmaufnahme. Die Berolina-Filmgesellschaft drehte in Tarmstedt Szenen für den Film "Krach um Jolanthe". Die bekannten Volksschauspieler Carl Hinrichs, Hannelore Bollmann und Gerhard Riedmann standen zur Freude der Besucher stundenlang vor der Kamera.
In den ersten Jahren fand die Ausstellung jeweils von Donnerstag bis Sonntag statt. Zur 11. Ausstellung starteten die Tarmstedter den Versuch, die Eröffnung erst am Freitag vorzunehmen, dafür aber den Montag als Abschlusstag zu nutzen - was sich bis heute nicht mehr geändert hat.
Mitte der sechziger Jahre ist die Ausstellung an ihre Grenzen gelangt. Die Flächen mitten im Ort, etwa 30.000 m², genügen den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr. So ist die 19. Tarmstedter Ausstellung im Jahr 1967 die letzte am alten Platz.
1968 wagt die Ausstellungsleitung den großen Schritt nach vorn. Am Ende des Tarmstedter Wendohwegs wurde ein zehn Hektar großes Gelände angepachtet. Für die Ausstellung steht mit 60.000 m² jtzt mehr als die doppelte Fläche zur Verfügung. 40.000 m² waren für Parkplätze vorgesehen. Endlich konnten die Wünsche nach größeren Standflächen und gleichzeitig die vielen Anfragen weiterer Aussteller berücksichtigt werden. Am neuen Platz startet die 20. Veranstaltung mit 248 Ausstellern - fast 60 mehr als ein Jahr zuvor.
Die erste Ausstellung auf dem neuen Gelände startet am 12. Juli 1968 als "Universalmesse für Haus, Hof und Garten". In den Folgejahren beginnt sich die Ausstellungsleitung verstärkt Gedanken um die Gewinnung neuer Zielgruppen zu machen. Die 21. Ausstellung trägt als Zusatz den Begriff "Baumschinen-Ausstellung".
Das Silberjubiläum der 25. Ausstellung fällt in eine schwierige Zeit. Die sechste Ausstellung auf dem neuen Gelände am Wendohweg weist noch immer nicht die erhoffte Fülle an Fachausstellern auf. Gleichzeitig wird das landwirtschaftliche Umfeld schwieriger. Viele Höfe werden aufgegeben, die Besitzer wenden sich anderen Tätigkeiten zu. Der Absatz von Landmaschinen geht deutlich zurück. Entwicklungen, von denen sich die Tarmstedter Ausstellung nicht abkoppeln kann, was sich an den Besucherzahlen ablesen lässt.
In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre gelingt der Durchbruch als größere Regionalausstellung. 1976 wächst die Ausstellungsfläche auf 80.000 m² an. 1977 wird mit 41.500 Besuchern eine neue Rekordmarke aufgestellt, die jedoch nicht lange Bestand hat. 1978 passieren sogar 45.000 Besucher die Tore der Tarmstedter Ausstellung. Erstmals wird am Sonntag im Verkehrsfunk vor den Staus bei der Anfahrt gewarnt. "Wir haben die Grenzen des Wachstums erreicht", erklärte Ausstellungsleiter Gustav Winter auf der Abschlusspressekonferenz.
Mit der ersten Kreisfohlenschau beschreiten die Tarmstedter 1979 einen neuen Weg. Der Erfolg ist so groß, dass die Organisatoren sogleich die Zusage für das Folgejahr geben. Die Tierschauen werden zu einem weiteren prägenden Programmpunkt der Tarmstedter Ausstellung, die sich damit ein zusätzliches Standbein aufbaut.
Züchterische Veranstaltungen sollen die Attraktivität der Ausstellung zusätzlich beleben. Auf Grund der hohen Bedeutung der Milchviehhaltung im Einzugsbebiet ist an eine entsprechende Schau gedacht. Die Zuchtverbände entscheiden sich für einen Junguzüchterwettbewerb, an dem auf Anhieb 140 junge Züchter zwischen 6 und 14 Jahren teilnehmen.
Die achtziger Jahre sind keine einfache Zeit für die Landtechnikindustrie. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft lässt die Zahl der Betriebe gnadenlos sinken. Im norddeutschen Raum kämpfen fast alle landwirtschaftlichen Ausstellungen mit deutlichen Besucherrückgängen. Gleichzeitig beginnen die Firmen aus Industrie und Landmaschinenhandel, ihre Ausstellungspräsenz zurückzufahren. "Wir müssen sparen", heißt es allerorts. "Wir müssen uns fragen, ob wir uns solch kurze Intervalle auf Dauer leisten können", fragte ein Landmaschinenhändler in einem Zeitungsinterview.
Bis 1989 verläuft die Diskussion noch friedlich. Dann eskaliert die Situation. Der Versuch, die "Nord-Agrar" als neue regionale Fachausstellung auf dem Messegelände in Hannover zu etablieren, treibt 18 Landmaschinenhändler, die alle zu den langjährigen Ausstellern in Tarmstedt gehören, zu einem Boykott der 42. Ausstellung 1990. Die Ausstellungsleitung (im Bild von links:Gustav Winter, Lutz Urban und Hans Leopold) bleibt hart. Ein zweijähriger Rhythmus kommt für sie nicht in Frage. Zurecht: Die Lücken auf dem Gelände können geschlossen werden, die "Nord-Agrar" bleibt eine einmalige Veranstaltung.
Die Besucherzahlen lagen in den achtziger Jahren stabil zwischen 50.000 und 60.000. Aber die Ausstellung entwickelt sich weiter: Mit hochkarätigen Gästen und einem ansprechenden Rahmenprogramm für die ganze Familie wird ein immer größeres Publikum angesprochen. Das Tierschauprogramm werden auf alle vier Tage ausgedehnt.
Der Lohn für diese Anstrengungen sind weiter steigende Besucherzahlen. Diese stabilisieren sich Anfang der neunziger Jahre bei 70.000 bis 80.000. Im Jahr 1996 kommen sogar 91.000 Menschen nach Tarmstedt.

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27412 Tarmstedt
Tel. 04283-329
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