Tarmstedter Gespräche: Shitstorm gegen Landwirte – was tun?

Öffentlichkeitsarbeit, früher überwiegend Aufgabe der Bauernverbände, ist längst fester Bestandteil der Arbeit auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Doch was, wenn es statt Schulterklopfen harsche Kritik gibt und die Landwirte im Internet mit regelrechten Shitstorms überzogen werden? Oder wenn die Kinder in der Schule gemobbt werden und sich nicht mehr zu sagen trauen, dass sie vom Hof sind? Antworten und Lösungen dazu suchte die Expertenrunde zum Thema „Shitstorm gegen Landwirte und Familien - wie gehe ich damit um?“ beim Landjugendforum anlässlich der Tarmstedter Gespräche. Dass das Thema aktuell und brisant ist, belegen nicht zuletzt die illegalen Filmaufnahmen durch so genannte Tierrechtsaktivisten, die von Medien immer wieder aufgenommen und verarbeitet werden. Bei einer direkten menschlichen Auseinandersetzung sollte der Landwirt auf die Kritiker zugehen und zu sich auf den Hof einladen, empfahl Ricarda Rabe, Familienberaterin beim „Kirchlichen Dienst im ländlichen Raum“. Allerdings räumte sie auch ein, dass das nicht immer Erfolg bringt: „Wer eine vorgefertigte Meinung hat und nur sieht, was er sehen will, den kann man in der Regel nicht überzeugen“, so ihre Erfahrung. Hier sollte der Landwirt die Person ignorieren und einfach nicht auf die Vorwürfe reagieren. Sie wünsche sich, dass Politiker sich wieder mehr Zeit nähmen und mit den Bauern statt über sie zu sprechen, sagte Anne Dirksen von der sozioökonomischen Beratung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Beim Sorgentelefon der Landwirtschaftskammer würden Landwirte ihre Probleme offen ansprechen: Mobbing sei zwar nichts das große, zentrale Thema. Wohl aber würden Landwirte die Kritik an der Landwirtschaft generell und speziell an ihrer Arbeit zumeist sehr persönlich nehmen. Überanstrengung, wirtschaftliche Nöte durch niedrige Erzeugerpreise und geringe Wertschätzung der eigenen Arbeit: Der klassische „Burnout“ als Folge dieser Belastungen sei längst auch bei den Landwirten angekommen. Öffentlichkeitsarbeit könne und sollte jeder Landwirt betreiben - es gebe da vielfältige Möglichkeiten, sagte Landwirtin Julia Nissen, Projektleiterin beim Forum moderner Landwirtschaft, die zudem als Agrarbloggerin bei „Deichdeern“ nach eigenen Angaben über alles zwischen „Kuhstall, Kind und Küche“ schreibt. Wichtig sei, dass die Veröffentlichungen auch immer auf die gewünschte Zielgruppe passen. Gerade Facebook biete da viele Möglichkeiten. Über Filter können Landwirte zudem Schlüsselwörter eingeben, bei denen beleidigende Kommentare schon von vornherein nicht sichtbar seien. Ein gutes Netzwerk unter anderen Landwirten, in dem man sich gegenseitig unterstütze, helfe zudem, sich in Konfliktsituationen gegenseitig zu helfen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, empfahl sie, sich in Social-Media-Seminaren fit zu machen im Umgang mit den neuen Medien. Deutliche Worte fand Dirk Fisser, Journalist bei der Osnabrücker Zeitung, zur überzogenen Erwartungshaltung vieler Landwirte: „Meine Aufgabe ist es nicht, zu schreiben, dass in der Landwirtschaft alles toll ist. Wir Journalisten sind nicht der verlängerte Arm der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit“, machte er klar. Vielmehr sei er Beobachter und suche Antworten auf Fragen, die sich ihm und seinen Lesern stellten. „Landwirte haben wie alle anderen einen Anspruch auf faire Berichterstattung - das heißt aber noch lange nicht, dass diese ihnen auch gefällt.“ 

Ricarda Rabe (Familienberatung für landw. Familien), Julia Nissen (Agrar-Bloggerin), Moderator Hinrich Neumann, Dirk Fisser (Osnabrücker Zeitung) und Anne Dirksen (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Sponsoren & Partner

Programm 2017

Spannendes, Informatives und Nützliches


Alle Veranstaltungen der
69. Tarmstedter Ausstellung
auf einen Blick:

Zum Programm


Programm 2017 - Flyer

Hier können Sie sich die Flyer
mit dem diesjährigen
Rahmenprogramm ansehen: 

Flyer "Familie"

Flyer "Landwirtschaft"

Flyer "Garten"

Ausstellerservice

Anmeldeunterlagen
AGB
Unterkünfte
Getränkelieferung
Auf- und Abbaubedingungen
Kommende Termine

Austellungsgelände
Wendohweg
27412 Tarmstedt
Tel. 04283-329
Navi: 53.22220, 9.094000

Routenplaner

Bildergalerien

Videos

Die Highlights 2017 aus Tarmstedt

Besuchen Sie uns auch auf Facebook!

Besuchen Sie uns auch auf YouTube!

Besuchen Sie uns auf Instagram!