Tarmstedter Gespräche: Dünge-Verordnung: Es gibt noch viele offene Fragen

Am zweiten Juni 2017 ist die neue Dünge-Verordnung in Kraft getreten. Das Regelwerk stellt nicht nur die Landwirte vor viele neue Herausforderungen, auch die Beratung. Das zeigte das Land und Forst-Forum im Rahmen der Tarmstedter Gespräche zum Thema „Düngeverordnung: Effiziente Ausbringung von Wirtschaftsdüngern“.

Franz Jansen-Minßen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist seit Anfang 2017 für das Thema Düngung zuständig. „Wir beschäftigen uns nicht nur fachlich mit dem Thema, sondern auch damit, wie wir die Infos möglichst schnell zu den Landwirten bekommen“, sagt der Berater. Die Kammer soll das Überwachungssystem ausbauen.

Mit den Daten wollen Behörden schauen, wo man gezielt Beratung ansetzen kann. Wer zuviel düngt, muss in Zukunft mit einer Zwangsberatung sowie einem Bußgeld rechnen. „Unsere Nachbarländer wie Holland oder Dänemark kennen das schon lange, nur für uns in Deutschland ist das neu“, erklärte der Berater.

Der vierwöchige Melderhythmus sei eine echte Herausforderung, meint Uwe Weddige, Geschäftsführer beim Landesverband der Maschinenringe in Niedersachsen. Der Verband sucht gerade zusammen mit dem Bundesverband der Lohnunternehmer nach praktischen Lösungen. Ein Ansatz wäre, teure Nahinfrarotsensor-Geräte zur Schnellbestimmung von Nährstoffen nicht für jedes Güllefass anzuschaffen, sondern gezielt nur an Übergabestationen bzw. beim Beladen von Fahrzeugen. Auch arbeite der Verband an einer App für das Handy in Verbindung mit der Meldedatenbank, um Inhalte usw. schneller eintragen zu können.

Landwirt Ralf Bartens, Vorsitzender des Maschinenrings Göttingen, machte deutlich, wo Ackerbauern im Moment der Schuh drückt. Viele hätten ein Problem mit Gülle als Dünger, weil sie sich damit den Unmut der Bevölkerung, aber auch zusätzliche Arbeit und Auflagen einhandeln. Auch gäbe es noch Ungenauigkeiten bei der Deklaration von Inhaltsstoffen, die Gülle enthalte nicht immer die Werte, die auf dem Lieferschein stünden. Dazu kommt, dass viele Landwirte keinen Güllebehälter bauen dürfen oder sich der Bau wegen teurer Auflagen nicht lohne. Andererseits fehlt Wirtschaftsdünger in der Milchviehregion. Denn in Südniedersachsen derzeit viele Landwirte ihren Betrieb auf, weil sie wegen der zusätzlichen Auflagen keine Perspektive mehr sehen. „Es sind nicht die niedrigen Agrarpreise an sich, die die Landwirte stören, sondern die Masse an neuen Auflagen bezüglich Emissionen, Güterverkehrsgesetz, Düngerecht oder vielen anderen Dingen. Wir müssen gemeinsam an die Politik appellieren, dass das so nicht weiter gehen kann“, forderte der Landwirt. 

Ernste Gesichter zu einem ernsten Thema (v.l.): Franz Jansen-Minßen (Landwirtschaftskammer), Uwe Weddige (Landesverband der Maschinenringe), Ralf Bartens (Landwirt) und Moderator Christoph Gers-Grapperhaus (Landwirtschaftskammer).

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