Investitionen bei den Milchviehhaltern sind noch verhalten

Die Milchpreise sind seit dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Schlägt sich die positive Preisentwicklung auch bei der Investitionsbereitschaft der Landwirte im Elbe-Weser-Dreieck nieder? Wir haben bei einigen Firmen der Tarmstedter Ausstellung nachgefragt, wie sie die Situation einschätzen.

Nach Imke Edebohls Erfahrung überlegen die Milchviehhalter sehr genau, wie sie Stallneubauten oder Erweiterungen umsetzen und beachten vor allem die Kosten. Edebohls bietet den Landwirten betriebswirtschaftliche Beratung ebenso wie Coaching im persönlichen Bereich an. Für die Beraterin stehen auch Fragen der Betriebsentwicklung im Vordergrund, denn das Umfeld, in dem sich die Landwirtschaft bewegt und entwickelt, ist teilweise schwierig.

 „Die Landwirte rufen wieder bei uns an“, sagt Bauleiter Henner Corleis von der Niedersächsischen Bauernsiedlung (NBS). Die NBS berät Landwirte in Fragen der Investitions- und Finanzierungsberatung. Zwar sei die Genehmigungslage für neue Kuhställe nach wie vor schwierig. Aktuell sorgt allerdings die Umsetzung der Verordnung für die so genannten JGS-Anlagen (Jauche, Gülle, Sickersäfte) für Nachfragen im Bereich der Siloanlagen.

Anfragen zu Investitionsplanungen in Siloplatten und Güllelager bestätigt auch Ralf von Häfen von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). „Die neue Düngeverordnung beschäftigt die Landwirte“, sagt er. Seiner Erfahrung nach haben viele investitionswillige Landwirte die Pläne für neue Kuhställe in der Schublade liegen, warten aber erst einmal ab, wie sich die Lage am Milchmarkt entwickelt. „Im Augenblick haben wir eher Planungen für Erweiterungen bestehender Ställe mit einer Umstellung auf Melkroboter auf dem Tisch als den Bau großer Melkhäuser“, erklärt von Häfen. Mehr als in den vergangenen Jahren sei aber zu beobachten, dass die Milcherzeuger in Jungviehställe investieren und diese auch mit Liegeboxen ausstatten, um den heranwachsenden Tieren optimale Rahmenbedingungen zu geben.

Eine gute Nachfrage bestätigt Heinz Boekhoff von der Firma Hedemann, die in Tarmstedt ihren mobilen Kälberstall in den Vordergrund gestellt haben. Der Kälberstall für Kälber ab einem Alter von 14 Tagen verspricht einen hohen Luftaustausch und damit Vorteile für die Gesundheit der Atemwege. „Es ist wie Freilufthaltung, nur, dass die Kälber immer unter Dach sind“, sagt Boekhoff. Dadurch ist die Einstreu immer trocken. Das Dach aus Trapezblechen hat einen Ablauf nach hinten, die Seitenwände bestehen aus Sandwichplatten. Der Stall, den es in zwei Größen gibt, lässt sich mit dem Frontlader über Metallschlaufen im Dach hochheben und verschieben. „Das kann eine Person allein bewältigen, indem er den Stall nur leicht anhebt und versetzt. Die Kälber können mitlaufen“, erklärt Boekhoff. Ein Vorteil, der in Zeiten von Arbeitskräfteknappheit immer wichtiger wird.

Zum ersten Mal in Tarmstedt dabei ist die Firma Deltex. Der französische Hersteller hat Trennbügel für Liegeboxen und Fressgitter im Programm, beides aus Deltex-Kompositseil gefertigt, die ohne Metall auskommen und über eine Art Stoßdämpfer-Funktion verfügen. Sie geben nach, wenn sich die Kuh dagegen lehnt. „Die Tiere können sich bequem gegen den Abtrennbügel lehnen, ohne dass es sich an ihm stößt und ohne dass es so weit nachgibt, dass die Kühe quer in den Boxen liegen“, sagt Vertriebsleiter Heinz Jürgen Diekneite. „Durch den besseren Komfort liegen die Kühe länger in den Boxen, sind entspannter mit weniger Stress und Verletzungen“, weiß Andreas Gülker, selbst Milcherzeuger und für den Vertrieb der Bügel zuständig. Es gibt auch ein flexibles Fressgitter für Kühe „Die Nachfrage ist gut. Wir sind viel in älteren Kuhställen unterwegs und rüsten die Liegeboxen um“, sagen beide.

Auch wenn die Investitionsbereitschaft der Milchviehhalter noch verhalten ist, schauen sich die Landwirte dennoch nach Lösungen für die Zukunft um. Es muss nicht immer der neue Stall sein, häufig reichen auch Investitionen in die Stalleinrichtung, um mehr Kuhkomfort oder eine Anpassung der Haltungsbedingungen zu erzielen.

Der mobile Kälberstall, den die Firma Hedemann auf den Markt gebracht hat, lässt sich mit dem Frontlader hochheben und versetzen. Neben den arbeitswirtschaftlichen Vorteilen bietet es den Kälbern eine optimale Umgebung, weil sie unter Außenklimabedingungen aufwachsen, ohne nass zu werden.
Boxenbügel und Fressgitter von Deltex sind nicht aus Stahl gefertigt, sondern haben ein Kompositseil im Inneren, das Stöße abfängt und eine gewisse Flexibilität aufweist. Die Kühe liegen länger in den Boxen, weil sie sich angstfrei ablegen können.

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