Wind: Lohnt sich der Weiterbetrieb einer Windenergieanlage nach 20 Jahren?

Nicht alle Pioniere der Windenergie, die in den 80er und 90er Jahren Windkraftanlagen gebaut haben, können ihre alten Anlagen "repowern", also durch neue, leistungsstärkere ersetzen – etwa, weil planungsrechtliche Gründe dagegen sprechen. Allerdings sind auch viele dieser Altanlagen technisch noch so gut in Schuss, dass sie trotz auslaufender EEG-Förderung noch jahrelang weiterlaufen können.

Dieter Fries vom Ingenieurbüro Fries aus Hamburg erläuterte bei den Tarmstedter Gesprächen, unter welchen Voraussetzungen ein Weiterbetrieb sinnvoll ist und was Anlagenbetreiber beachten sollten. Fries, der selbst Anlagenplaner und Mitbetreiber eines 1994 gebauten Windparks in Nordrhein-Westfalen ist, überraschte die Zuhörer zunächst mit den gutachterlich ermittelten Daten seines Windparks: Maschine und die Hauptwelle hätten eine Lebensdauer von 36 Jahren, sofern nach 23 Jahren die Verschraubungen erneuert wurden - Turm und Fundament haben sogar eine Lebensdauer von über 50 Jahren.

Vor dem Hintergrund der weiteren Genehmigung der Anlage sei aber Gutachten unabdingbar. Das koste zwischen 6000 und 20.000 Euro. Betreiber sollten dafür alle Unterlagen, Reparaturaufstellungen, Datenblätter der Hersteller, zudem ein aktuelles Turbulenzgutachten vorrätig halten. Die Kosten fürs Gutachten könne verringert werden, wenn gemeinsam mit Betreibern identischer Anlagen das Gutachten angefordert würde, riet Fries, der auch im Arbeitskreis "Weiterbetrieb" im Bundesverband Windenergie mitarbeitet.

Technisch sei der Weiterbetrieb also möglich, aber wie sieht die Rentabilität aus? Derzeit erhält Fries als Altanlagenbetreiber übers EEG die "reduzierte Vergütung" von 6,29 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ab Ende 2020 fallen dann alle vor dem Jahr 2000 errichteten Anlagen aus der Förderung und müssten zum Marktpreis produzieren.

Möglich sei auch eine Nutzung des Stroms für den Eigenverbrauch, dafür müssten aber große Stromabnehmer wie Stallanlagen etc. auf dem Hof vorhanden sein. Der derzeitige Marktpreis von 2,5 Cent/kWh sei hingegen nur wirtschaftlich bei Betriebskosten von 1,9 - 2,1 Cent/kWh, solange keine größeren Reparaturen anstünden.

Falls doch einmal Bestandteile ausgetauscht werden müssen, haben sich mittlerweile einige Altanlagenbetreiber selbst auf die Einlagerung von gebrauchten Windkraft-Ersatzteilen sowie Wartung und Reparatur spezialisiert. Gebrauchte Rotorblätter seien etwa ab 20.000 Euro erhältlich in den Leistungsklassen bis 600 kW und teils sogar schon für 1,5 MW Anlagen zu bekommen, da in den letzten Jahren rund 1000 Windkraftanlagen in Deutschland abgebaut wurden und sich der Export ins Ausland aufgrund der Transportkosten immer seltener rechnet. Außerdem, so Fries, könnten Verschleißteile kostengünstig aufgearbeitet statt durch neue ersetzt werden.   

Ab 2020 würden in Deutschland 7000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von zusammen 5000 Megawatt aus der Förderung fallen, die entweder abgebaut oder clever weiterbetrieben werden müssten. Grund zur Hoffnung gebe der Blick ins Land der Windkraftpioniere nach Dänemark: Dort würden noch 67 Prozent der Altanlagenbetreiber weiterbetrieben.

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