Festrede von LAND&Forst-Chefredakteur Ralf Stephan:
"Mit dem Lebensmittelpreis auch den 'Strukturfaktor Landwirtschaft' vergüten"

LAND&Forst-Chefredakteur über den Zusammenhang von Journalismus und billigem Essen
 
"Aufgabe eines Journalisten ist es, Informationen zu prüfen, Entwicklungen zu analysieren und kluge Fragen zu stellen", sagte Ralf Stephan, Chefredakteur der LAND&Forst, in seiner Festrede anlässlich der Ausstellungseröffnung. Aufgabe des Journalisten sei es hingegen nicht, Meinungen und Strömungen zu unterstützen, nur weil diese ihm sympathisch seien oder diese dem eigenen Weltbild entsprächen - etwa, wie Landwirtschaft funktionieren sollte, ergänzte Stephan vor dem Hintergrund der teils unsachlichen und unfairen Medienberichte über landwirtschaftliche Themen.

Fehlendes Wissen würde dabei immer wieder durch Meinung statt Recherche ersetzt, ergänzte der Agrarjournalist. Journalisten könnten aber ihre Glaubwürdigkeit nur erhalten, wenn sie auf Distanz blieben und "sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten", zitierte Stephan den Journalisten Hajo Friedrichs.

Dass die Gesellschaft ein schiefes Bild von der modernen Landwirtschaft habe, liege auch an denen, die diese Bilder erzeugen und verbreiten: politische Akteure und Journalisten. Es sei in den Hintergrund getreten, dass Die Landwirtschaft mehr leiste, als nur billige Lebensmittel zu produzieren. Mitunter habe man den Eindruck, Landwirtschaft werde mitunter nur noch als "Störfaktor" für Dorf, Umwelt und Nutztier wahrgenommen.

Es liege zum Teil auch an der Land- und Lebensmittelwirtschaft selbst, die zumindest nicht ausreichend darüber informiere, was sie denn eigentlich alles so tue. Gesellschaft und Landwirtschaft - seit vielen Monaten streite man darüber, welche Seite denn mehr schuldig sei. "Weiter bringt es uns nicht", resümierte Stephan.

Die Landwirtschaft nehme eine besondere Rolle im ländlichen Raum ein: Landwirte seien Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor, vergäben Aufträge, zahlten Steuern an Kommunen sowie Pachten an kommunale, private, kirchliche Eigentümer - und seien im Dorf immer zur Stelle.

Wenn der Verbraucher sich aber beim Einkauf allein am Preis orientiere, entscheide er damit nicht nur über das Schicksal des Bauern, sondern nähme dafür das Verschwinden einer ganzen Kultur in Kauf. Die Landschaften, in denen sich Radler, Spaziergänger und Jogger tummeln, seien das Ergebnis bäuerlicher Arbeit. "All das wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt, wenn man Landwirten die kalte Schulter zeigt und auf das freie Marktspiel von Angebot und Nachfrage verweist", so der Agrarjournalist.
 
Jeder könne zu einer besseren Situation beitragen, indem ihm bewusst werde, dass mit dem Preis für ein Lebensmittel auch der "Strukturfaktor Landwirtschaft" vergütet werde. "Wenn es uns nur um möglichst billiges Essen geht, werden die Bauernhöfe in der Nachbarschaft noch schneller als bisher verschwinden."

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