Herdenschutzhunde: Lieb zu Kindern, böse zum Wolf

Herdenschutzhunde können Schafe vor dem Wolf schützen. Allerdings sind nicht alle Rassen und noch nicht einmal alle Welpen aus einem Wurf geeignet, die Arbeit zu verrichten. Das ist das Fazit von Jan Tüllmann, Schäfer aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg. Tüllmann hält 1500 Mutterschafe. Seine Betriebsflächen liegen in der Nähe des Gartower Forsts, in dem sich seit mehreren Jahren ein Wolfsrudel mit mindestens 15 Tieren aufhält. Wie Tüllmann den Zuhörern bei den Tarmstedter Gesprächen deutlich machte, kann ein Herdenschutzhund auf Wölfe abschreckend wirken. Dazu werden entsprechende Rassen in Frankreich, Italien oder Spanien gezüchtet, wie z.B. den Pyrenäen-Berghund, den Tüllmann selbst einsetzt.

Allerdings werden die Tiere dort anders gehalten, sie sind nie mit Schafen unkontrolliert allein, sondern bewegen sich nachts außerhalb des Zauns. „Wird der Hund dagegen zwischen die Schafe gesetzt, kann es sein, dass er z.B. die Lämmer jagt oder sogar verletzt“, musste Tüllmann selbst erfahren. Daher muss der Hund von erfahrenen Haltern trainiert werden. Vom Wesen her sind die Tiere eher sanft, sind kinderlieb und verstehen sich auch mit den Hütehunden, hat er festgestellt. Tüllmann und andere Berufskollegen haben sich in der AG Herdenschutzhunde (www.ag-herdenschutzhunde.de) zusammengeschlossen und tauschen Erfahrungen über Zucht, Haltung und Einsatz der Hunde aus.

Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist auch sehr zeitaufwändig, machte er den Zuhörern deutlich. Zudem kann es zu Leistungsverlusten führen, wenn der Hund die Tiere nachts aufscheucht, um am Zaun zu patrouillieren. Gerade hochtragende Muttertiere können dabei auch schon mal verlammen. Auch sollte man die Hunde nicht in der Nähe von Siedlungen halten. „Ist dort ein Fuchs und wittert der Hund ihn, bellt er die ganze Nacht“, sagte Tüllmann. Das gleiche kann einem dem Hund fremden Jäger passieren, der im Hochsitz Stellung bezieht. Ein weiterer Nachteil: Einige Tiere können bis zu 2 m tiefe Löcher graben. Am Deich wären sie daher nicht einzusetzen.

Allerdings hat er auch Vorteile festgestellt: Mit Herdenschutzhunden sind die Schafe an Hunde gewöhnt, lassen sich daher auch vom Wolf oder anderen Tieren nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Auch gibt es weniger defekte Netze z.B. durch Wildschweine, weil auch sie dem Zaun fernbleiben. Außerdem hat Tüllmann keine Diebstähle mehr festgestellt. Früher sind öfter mal Schafe oder Weidezaungeräte abhanden gekommen.

Ein guter Herdenschutzhund-Welpe kostet ca. 500 €. Dazukommen 500 bis 1000 € im Jahr für Tierarzt und Futter. Sein Resümee: Einen hundertprozentigen Schutz vor Wolfsangriffen kann der Hund nicht liefern. „Aber eine gut eingezäunte Weide plus Herdenschutzhund tragen dazu bei, dass man wesentlich ruhiger schlafen kann!“

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