Düngeverordnung: Für Milchviehhalter wird’s teurer

Diskutierten über die Dünge-Verordnung (von links): Edith Kahnt-Ralle (Redakteurin Land & Forst), Dr. Karsten Padeken (Kreislandvolkverband Wesermarsch), Dr. Matthias Benke (Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Klaus Borde (Landwirt aus Ostfriesland).

Der aktuelle Entwurf der Dünge-Verordnung stellt Milchviehbetriebe in Grünlandregionen vor große Herausforderungen: Zusätzlich zum katastrophal niedrigen Milchpreis müssten sie längere Sperrfristen für die Ausbringung einhalten. Außerdem müssten sie Flächen dazu pachten oder Gülle abgeben, weil der Grenzwert für Stickstoff pro Hektar verschärft werden soll. Das zeigte das LAND&Forst-Forum zu Auswirkungen der Düngeverordnung auf die Praxis am Freitag, 8. Juli im Rahmen der Tarmstedter Gespräche während der Tarmstedter Ausstellung.

Mit der Düngeverordnung setzt die Bundesregierung die EU-Nitratrichtlinie in deutsches Recht um, erläuterte Dr. Matthias Benke, Leiter des Fachbereichs Grünland bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Dabei haben wir auf dem Grünland gar kein Nitratproblem“, sagte Benke. Selbst der Oldenburg-Ostfriesische Wasserverband (OOVW) als regionaler Wasserversorger bestätige das. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass wir auf dem Grünland abgestraft werden“, kritisierte auch Dr. Karsten Padeken, Kreislandwirt aus der Wesermarsch, einer Region mit 90 % Grünlandanteil. Er nennt ein Beispiel: Nach dem aktuellen Entwurf wird für die Vorbelastung einer Region die Messstellen eines Grundwasserkörpers herangezogen. Weil sich der südliche Grundwasserkörper in der Wesermarsch von der Hunte bis ins Wiehengebirge zieht und dementsprechend Vechta einschließt, gilt formal auch die Wesermarsch als Nitratüberschussregion. Ein weiteres Problem ist die „plausibilisierte Feld-Stall-Bilanz“. „Es kommt künftig nicht darauf an, das Grünland mit Gülle ausreichend zu ernähren, sondern formale Bilanzen auf dem Papier einzuhalten. Damit arbeiten wir nicht mehr mit der Natur“, ärgert sich Padeken.

Die Bedarfsdüngeermittlung ist nicht nur ein „Bürokratiemonster“, wie Klaus Borde, Milchviehhalter aus Ostfriesland, befürchtet. Genauso nachteilig könnte sich auswirken, dass der Nitratausstoß der Weidehaltung strenger bewertet werden soll.

Wenn sich die Ausbringzeiten ändern, werde das auch Auswirkungen auf die Nabenzusammensetzung haben oder sich die Qualität des Futters verschlechtern, erwartet er. Wenn das Gras weniger Rohprotein beinhaltet, müssten die Landwirte mehr Sojaschrot als Eiweißergänzung dazu kaufen. „Wie ist das mit der Eiweißstrategie der Bundesregierung zu vereinbaren, die genau das verhindern will?“, hinterfragte Padeken. Er sorgt sich darum, dass die Weidehaltung zurückgedrängt wird. „Einige meiner Berufskollegen in der Wesermarsch denken darüber nach“, schilderte er die aktuelle Lage.

„Viele Probleme sind der Politik bekannt, aber es ist nicht zu erwarten, dass sie Vorschriften zur Gülleverordnung ändert“, sagte Benke. Trotzdem ist wohl erst im Jahr 2017 mit der endgültigen Novellierung zu rechnen, machte er deutlich. Denn in den Entwurf fließen sehr viele Aspekte ein, vieles wurde auch schon mehrfach wieder geändert. Daher hoffen die Milchviehhalter, dass die Politik noch einsichtig wird und sich auf praxistaugliche Lösungen einigt. 

Sponsoren & Partner

Bildergalerien

Videos

Die Highlights 2017 aus Tarmstedt

Programm 2017

Spannendes, Informatives und Nützliches


Alle Veranstaltungen der
Tarmstedter Ausstellung 2017
auf einen Blick:

Zum Programm


Programm 2017 - Flyer

Hier können Sie sich die Flyer
mit dem diesjährigen
Rahmenprogramm ansehen: 

Flyer "Familie"

Flyer "Landwirtschaft"

Flyer "Garten"

Ausstellerservice

Anmeldeunterlagen
AGB
Unterkünfte
Getränkelieferung
Auf- und Abbaubedingungen
Kommende Termine

Austellungsgelände
Wendohweg
27412 Tarmstedt
Tel. 04283-329
Navi: 53.22220, 9.094000

Routenplaner

Besuchen Sie uns auch auf Facebook!

Besuchen Sie uns auch auf YouTube!

Besuchen Sie uns auf Instagram!